Der Energieausweis:

Seit wann sind Energieausweise notwendig?
> Energieausweise für Neubauten, sowie für Modernisierungen im Bestand:
- seit 01. Oktober 2007 Pflicht bei neuen Bauanträgen
> Energieausweise für Bestandsgebäude samt möglichen Empfehlungen für Modernisierung
und bei Verkauf oder Neuvermietung verpflichtend für:
- Wohnbestand erbaut bis 31.12.1965 -> seit 01. Juli 2008
- Wohnbestand erbaut ab 01.01.1966 -> seit 01. Januar 2009
- Nichtwohnbestand -> seit 01. Juli 2009
> Öffentliche Energieausweise als Aushang für große Dienstleistungsgebäude und regen Publikumsverkehr -> seit 01. Juli 2009

Prinzipiell lassen sich 2 Arten von Energieausweisen nach der EnEV (Energie-Einspar-Verordnung) unterscheiden:

- Energieausweis auf Grundlage des Verbrauchs (einfacheres Rechenverfahren)
- Energieausweis auf Grundlage des Bedarfs (aufwändigeres Nachweisverfahren)
Hierbei gibt es zu beachten, dass der verbrauchsorientierte Ausweis lediglich auf Basis des Energieverbrauchs der letzten 3 Jahre beruht. Es hat also genau genommen nichts damit zu tun wie gut oder wie schlecht ein Gebäude gebaut ist, sondern lediglich ob die Nutzer viel oder wenig Energie verbraucht haben.
Qualitative Aussagekraft hat demnach lediglich der bedarfsorientierte Ausweis, der unabhängig von den Nutzergewohnheiten den spezifischen Verbrauch ausweist.
Verbrauchsausweis Bedarfsausweis
Vorteile:

Ist mit geringem Aufwand zu erstellen.

Spiegelt die Verbrauchssituation des konkreten Gebäudes wider, d.h. der Eigentümer/Mieter kann ohne weiteres die Verbrauchssituation einschätzen.
Vorteile:

Erlaubt eine objektive Beurteilung des energetischen Zustandes der Gebäudehülle und der Anlagentechnik.

Zweifelsfreie Einordnung in eine Effizienzklasse ist möglich.

Modernisierungsemfehlungen lassen sich detailliert ableiten.

 

Nachteile:


Fehlende Transparenz. Es ist nicht ersichtlich, wie das Ergebnis zustande kommt, ob durch Nutzerverhalten, Leerstand oder den baulichen Zustand des Gebäudes.

Modernisierungsempfehlungen können nicht ohne weiteres abgeleitet bzw. begründet werden.

Die Einordnung in eine bestimmte Effizienzklasse spiegelt nicht unbedingt den energetischen Zustand der Gebäudehülle und Anlagentechnik wider.

Nachteile:

Aufwändiger zu erstellen.

Das Ergebnis des Bedarfsausweises kann oft nur von Fachleuten richtig interpretiert werden, es handelt sich also um ein "erklärungsbedürftiges Produkt".

Der ausgewiesene Bedarf kann sich erheblich vom konkreten Verbrauch unterscheiden. Das kann z.B. zu Konflikten zwischen Mieter und Vermieter führen.
Meine Empfehlung:
Entscheiden Sie sich für den bedarfsorientierten Energieausweis, denn nur so haben sie ein objektives öffentlich rechtliches Dokument in der Hand, das keine Zufälligkeiten im aktuellen Nutzerverhalten beinhaltet. Für die Datenermittlung spielt es nämlich keine Rolle, ob ein Gebäude von einem Single mit häufigen Dienstreisen oder einer mehrköpfigen Familie bewohnt wird. Im Verbrauchsausweis wird sich dies aber im Ergebnis erheblich widerspiegeln ohne dass dies dokumentiert wird.
Und noch eines...
Entscheiden Sie sich für einen qualitativ hochwertigen Ausweis mit Vor-Ort-Termin, denn der Ausweis ist zwar Pflicht, aber nützt nichts, wenn man in 5 Jahren nicht mehr weiß, woher die Daten stammen. Ein Ausweis muss zehn Jahre gültig und nachvollziehbar sein, dies ist schon aus Gründen der Rechtssicherheit gegenüber Käufern oder Mietern notwendig. Von mir erhalten Sie nur Energieausweise mit Vor-Ort-Termin.
Anmerkung:
Die Kosten können Sie bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung steuermindernd als Werbungskosten ansetzen. Selbstnutzer können versuchen, die Kosten in der Steuerklärung als "haushaltsnahe Dienstleistung" anzusetzen. Insofern ist es derzeit aber noch ungeklärt, ob die Finanzverwaltung bzw. die Finanzgerichte dies anerkennen.

Hier finden Sie uns

 

IB-M, Ingebieurbüro Müller

Dipl.-Ing. (FH) Eckhard Müller

 

 

Förgstraße 1

86609 Donauwörth

Telefon: 0906 / 120 20 552

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letzte Aktualisierung 11. April 2018